ROCK AM RING 2017 – 04.06.2017

Von Joshua Suwelack

Der dritte Tag des Rock am Ring steht endgültig unter dem Motto: Musik fights the terror.

Im Interview mit Henning Wehland, Leadsänger der H – Blockx und solo unterwegs wird bewusst, was das für ein sympathischer Typ ist. Es wird über seinen Sound gesprochen, der sich wohl verändert hat, aber nicht im Geringsten an Ehrlichkeit einbüßen musste. Nach dem Interview greift man zur Gitarre und erlaubt sich noch einen kleinen Jam mit dem Herr von der Presse.

Rock am Ring – Unser Moderator Joshua traf Henning Wehland im Gibson Bus zum Interview!
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Broilers bringen Ihr Konzert schon Samstag zu Ende, nachdem Sie wegen der Terrormöglichkeit verfrüht abbrechen mussten. Aber die hatten keinen Auftritt auf Rock im Park nur 3 Stunden danach. Also geht es nach einem interessanten Gespräch mit Henning Wehland zu Marteria. Der spielt unter den gegebenen Umständen als erste Band überhaupt auf Rock am Ring und Rock im Park an einem Tag. Gegen Endboss Marteria kommt kein Terrorist an. Alle springen zu Endboss während der Verwandlungskünstler aka Marsi aka Model und Fußballspieler wortwörtlich von Level zu Level zu Level springt, von Nürburg nach Nürnberg. Zeitweilig fliegen dann 100 T-Shirts durch die Luft.

Die Stimmung wird nicht getrübt und das Publikum ist gebannt von den Shows, die Ihnen geliefert werden. So kommen auf der Volcano – Stage am Abend zwei Schwergewichte oder sollte man sagen vier Schwergewichte in nur zwei Konzerten zusammen? Wie das geht? Mit einem feinen Crossover. Cypress Hill, Public Enemy und Rage Against the Machine sind die Prophets of Rage. Und wer kommt zu Besuch? Serj Tankian, Leadsänger von System of a Down steht plötzlich am Mikrofon und macht ein ernstes Gesicht. Tom Morello setzt melancholisch an. Chris Cornell, Sänger von Soundgarden und Audioslave nahm sich vor etwa 3 Wochen das Leben. Like a Stone heißt der Song und Tankians Theaterstimme fördert etwas episches, wenn dann die Sonne zwischen den Wolken auftaucht. Dann ist der Song vorbei. Hier eine Faust, da eine Umarmung. Neuer Song, neue Gefühle. Tom Morello steht wie immer über den Dingen, wenn er seine Gitarre in hohem Bogen Richtung Backstage wirft, um sich eine andere anzuschnallen. Mit den Zähnen liefert er ein Solo eines Schülers im zehnten Jahr ab und reißt dabei die Gitarre hoch: FUCK TRUMP! klebt auf der Hinterseite.
Prophets of Rage polarisieren wie keiner bis dahin.
Man muss sich nur die Setlist durchlesen: Take the Power back, Guerilla Radio, natürlich Bombtrack, Bullet in the Head und Killing in the Name. Statement auf Statement.

Dann zum Abschluss kommt Tankian wieder, diesmal mit System of a Down, und liefert einer unter normalen Umständen völlig erschöpften, aber wie magischen angezogenen Zuschauermasse ein gebührendes Goodbye der Volcano – Stage.
Rock am Ring ist wieder nicht ohne Schwierigkeiten durch höhere Gewalt ausgekommen. Wir wünschen es uns für das nächste Jahr. Bei ca. 20 durch Auseinandersetzungen verletzte Besucher insgesamt, ist das, wie der Polizeipressesprecher so schön sagte, zu vernachlässigen.

Photos: © Marcel-Christian Kanzler/rocktalent.de

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