ROCK AM RING 2017 – 03.06.2017

Von Joshua Suwelack

Der zweite Tag des Rock am Ring steht in den Startlöchern. Was es an Interessantem und Nennenswertem gibt, hier einmal für euch zusammengefasst.

Beginnen tut der Tag mit einem Fragezeichen. Bevor um 11 Uhr eine Pressekonferenz stattfindet, ist sich keiner sicher, ob es durch die Vorkommnisse des vorherigen Abends nicht zum Abbruch kommen wird. Schnell macht Herr Lieberberg jedoch klar: Es kann weiter gehen. Die Erleichterung ist groß und man will schnell weg von dem Thema Terror, um sich wieder dem zuzuwenden, was die Leute auf dem RaR wirklich interessiert. Am Samstag wird Musik groß geschrieben. Hierbei gewinnt man den Eindruck, dass das Publikum und die Künstler an diesem Tag noch näher zusammenwachsen. Die Verbundenheit fördert die musikalische Ekstase. Das große erste Plus geht an Sum 41.

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Als Punkrock mit ordentlichem Bums, schafft es der Frontmann Deryck Whibley durch seine sympathische Art, die Massen zum schwingen zu bringen. Die Volcano – Stage erbebt unter dem rockigen Sound. Whibley kommt dem Publikum nahbar vor, was wahrscheinlich nicht einfach ist, wenn man auf einer Bühne für mehrere 10 000 Menschen steht. Zu den Sounds, der in vielen Köpfen die Trigger des Collegeflairs drückt, fetzen blonde Haare über die massive Bühne. Kein Zeichen von Altersschwäche nach 21 Jahren Sum 41. Die Stimmung passt vom ersten Gitarrenanschlag bis zum letzten Schrei. The Hell Song leitet ein tolles Konzert ein. Es lebe American Pie.

Auf der Crater Stage ist Samstag Hip Hop – Tag. Über Machine Gun Kelly, 187 Straßenbande und Raf Camora zu den Beginnern und Kraftklub. Es wird ordentlich eingeheizt und die Acts machen dem Genre alle Ehre. Rock am Ring schafft es aber den Krieg gegen den Rock für den Rock zu entscheiden. Dieses Statement setzen um 23 Uhr die Toten Hosen.
Campino läuft bereits vor der Show gut gelaunt durch den Backstagebereich und hat ein siegessicheres Lächeln auf den Lippen. Es gibt einen Grund, warum die Hosen oft auf dem RaR sind. Sie passen einfach dort hin. Auch Sie sind mit 35 Jahren (!) schon etwas länger im Geschäft. Mit Laune der Natur haben Sie dieses Jahr Ihr 14. Studioalbum veröffentlicht. Und der Song Laune der Natur sitzt auch direkt gut. Er fügt sich passend in die Setlist ein und wenn man es nicht besser wüsste, wäre dieser Song auch schon 20 Jahre alt.
Es ist einfach alles wie immer und so soll es auch bleiben. Das scheint das Motto des Rock am Ring 2017 zu sein. Die Hosen fügen sich da ganz sicher mit ein.
Encore Nummer eins beginnt mit Eisgekühlter Bommerlunder. Das funktioniert einfach wie eh und je. You’ll never walk alone zum Abschluss und wir haben am Samstag um Eins eine Gefühlslage, wie sie besser nicht sein könnte. Entweder man fällt tot mit Hosen ins Bett oder man ist so euphorisiert von der musikalischen Glanzleistung der Samstagsbands, dass man sich zum Abschluss dem Techno hingibt. Wie dafür gemacht, findet der in einem gewaltigen Zelt statt, während draußen das Wetter nach gönnerhafter Regenpausen zu seinen verdienten Freudentränen gelangen darf, eimerweise.

Photos: © Marcel-Christian Kanzler/rocktalent.de

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